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Augenmaß und Zirkelschlag

Europäische Architektur- und

Ingenieurzeichnungen seit 1500

 

Kolloquium 25. – 26. September 2009

im Vortragssaal der SLUB

 

Die Zeichnung gilt zu Recht als klassisches Leitmedium der Architekten und Ingenieure: Von der Skizze bis zum Plansatz, von der Bauaufnahme bis hin zur Darstellung rein imaginärer Objekte materialisiert die Zeichnung nicht nur den architektonischen und technischen Entwurf, sondern bildet zugleich die deutliche mediale Spur vielfältiger Reflexionsprozesse.

Mit dem Beginn der Neuzeit erlangte die Architektur- und Ingenieurzeichnung als Entwurfswerkzeug, Wissensträger und Kommunikationsmittel grundlegend neue Bedeutung. Neue Verfahrensweisen in Architektur und Ingenieurwesen stehen hierbei in engstem Zusammenhang mit der sich kontinuierlich erweiternden Spannweite der darstellerischen Techniken – von der altbewährten Handzeichnung bis hin zum digitalen Entwurf.

Zur Zeit gewinnt die Beschreibung von Entwurfsprozessen und Darstellungstechniken aus dem integrativen Blickwinkel bildwissenschaftlicher und medialer Ansätze der Kunst- und Technikgeschichte zusätzlich an Schärfe. Zugleich rücken diese die oft ignorierten, aber vielfältigen Bezüge zwischen den in der frühen Neuzeit nicht zu trennenden Professionen von Architekt und Ingenieur in ein neues Licht.

Die Tagung will in einem europäischen Rahmen sowohl die Zeichnung als Medium eigener Entwicklung und darstellerischer Logik erkunden, als auch den konkreten historischen Zusammenhang von Architektur- und Ingenieurzeichnungen und der jeweiligen Praxis ihrer Zieldisziplinen in den Blick nehmen. Außerdem widmet sie sich der Überlieferung derartiger Bestände und fragt nach den Strategien der Erschließung und Visualisierung im digitalen Zeitalter.

 

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